Fluss wird umgelenkt, nie gestoppt
Ein Magnetfeld kann nicht absorbiert werden. Eine ferromagnetische Abschirmung wirkt, weil ihre Permeabilität dem Fluss einen leichteren Pfad bietet als die Luft um das geschützte Volumen — das Feld wird um die Zone herumgeführt statt beseitigt.
Deshalb spielen Geometrie, Kontinuität und Nahtqualität der Abschirmung oft eine grössere Rolle als die reine Materialdicke. Ein 1-mm-Spalt an der falschen Stelle kann die halbe Dämpfung eines sonst perfekten Gehäuses zunichtemachen.
Zwei physikalische Wirkprinzipien
Ferromagnetische Flussführung nutzt hochpermeable Legierungen wie Mu-Metall, Permalloy oder Elektroblech. Sie ist bei sehr tiefen Frequenzen, einschliesslich statischer Felder, wirksam und dominiert unterhalb einiger hundert Hertz.
Wirbelstromabschirmung nutzt hochleitfähige Materialien wie Aluminium oder Kupfer. Wirbelströme in der Platte erzeugen ein Gegenfeld. Ihre Wirkung nimmt mit der Frequenz zu, was sie bei 50/60 Hz und darüber attraktiv macht.
Die meisten realen Anlagen kombinieren beides: eine leitfähige Schicht für die Netzfrequenz und eine permeable Schicht für niederfrequente und statische Anteile.
Welche Dämpfung realistisch ist
Eine gut konstruierte fünfseitige Raumabschirmung erreicht typischerweise 10 bis 20 dB (Faktor 3 bis 10). Geschlossene Mu-Metall-Gehäuse für Messgeräte erreichen 40 bis 60 dB. Aussagen darüber hinaus in einem offenen architektonischen Kontext sollten mit Skepsis betrachtet werden.
Der einzige verlässliche Weg, dies vor dem Bau zu wissen, ist eine 3D-Simulation, kalibriert anhand der Messung der realen Quelle.